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Geschichte der Rasse (Teil 2)


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2. Der Whippet – eine junge Mischrasse?

Nur bei unserem geliebten Whippet soll alles, glaubt man
der Auffassung vieler Experten, ganz anders sein! ? !

Whippet
um 1900

Moderner
Whippet

Wir zitieren aus der 2003 im Internet vom DWZRV
veröffentlichen Information über denWhippet:

„Anders als alle anderen Windhundrassen (mit Ausnahme des
Windspiels), die ihre Variationen über -wiegend dem Einfluss der
Lebens- und Umweltbedingungen verdanken, stellt der Whippet eine Zweckschöpfung jüngeren Datums (Hervorhebung der
Verf.) dar. Der Whippet entstand als eng- lische Züchtung des 19. Jahrhunderts und ging aus der
Kreuzung vorhandener kleiner Greyhound-formen mit verschiedenen
hochläufigen Terrierrassen und nicht zuletzt dem Windspiel hervor. Anfangs gezüchtet für die Jagd auf Kaninchen, später
für sportliche Zwecke.

Der Whippet ist mit seiner mittleren Größe (…) nicht einfach
eine verkleinerte Greyhound- oder ver- größerte Windspielausgabe. In
Bezug auf sein Wesen und seine Verhaltensweise gab ihm der

Terriereinschlag den frischen Mut, den Schneid und das
Temperament.“

Heute (2012) ist die Formulierung etwas vorsichtiger! In der
Broschüre des DWZRV lesen wir:

„Danach hat sich die heutige Rasse aus einer vielgestaltigen
Gebrauchshundgruppe entwickelt, die besonders im Norden Englands unter dem Namen Snap Dog und Rag
Hound von einfachen Leuten (….) gehalten wurden.“

Diese Ansicht findet man
in vielen Windhundbüchern – auch aus der Feder von Whippetspezialisten – in unterschiedlichen Variationen vertreten. Die
Meinungen gehen bei diesen Autoren eigentlich nur hinsichtlich der
verwendeten Terrierschläge, seien es nun Manchester-Terrier, Bedlington -Terrier oder andere Varietäten – auseinander. Als
Begründer dieser „Mischlingsrasse“ gelten nordenglische und walisische Bergleute, die diese
jagdeifrigen Hunde zunächst als Helferbei der Wilderei – ein Fleischgericht war in jenen Tagen absoluter
Luxus für die Menschen derunteren sozialen Schichten – dann als „sporting-dogs“
beim immer populärer werdenden „rag-racing“ verwandten.

Eine
interessante Variante dieser Auffassung vertritt I. Schultze in ihrem Buch über den Greyhound und andere Windhundrassen.. Danach
wurde die neue Mischrasse Whippet zum ersten mal im 17. Jahrhundert gezüchtet, und zwar von
keinem geringeren als dem englischen König Karl I., der seine aus
Frankreich importierten Windspiele mit heute nicht mehr bekannten Terrierrassen gekreuzt haben soll, um einem
mittelgroßen, eleganten Hetzhund mit sub- stanzvoller Erscheinung zu
erhalten. In Folge der 1648 ausbrechenden Revolution sei dann dieser Zuchtversuch zu einem baldigen Ende gekommen. Gleichsam mit
ihrem Schöpfer, der durch den Henker vom Leben zum Tode befördert wurde, sei auch die
neue Rasse untergegangen, bis sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im
Norden Englands ihre Wiederauferstehung feiern konnte.

Im
folgenden soll nun untersucht werden, ob diese Vorstellungen wirklich die Entstehung  unserer Rasse überzeugend erklären kann.
Zuerst zu den
unabweislichen Fakten: Der „Whippet“ wurde im Jahre1890 vom Kennel-Club als eigenständige Rasse anerkannt, sechs
Jahre später wurden in England zum ersten Mal Anwart-schaften für das Championat vergeben. Die
Gründung des ersten Whippet-Clubs erfolgte dann im Jahre 1899.

Nun soll der Frage nachgegangen werden, woher die Theorie zur Entstehung des Whippet
als  recht junger Kreuzungsrasse eigentlich stammt. W.L. Renwick nennt die
frühen Quellen: F. Freeman Lloyd, der angeblich schon als Whippet bezeichnete Hunde aus den 60er Jahren des
19. Jahrhunderts kannte, hat diese Theorie in seinem Buch „The Whippet and Race Dog“
(1894) als erster vertreten. Sie ist dann, gleichsam als eine Art Dogma, von vielen Autoren
übernommen (z.B. von B.S. Fitter. The Show Whippet. 1937) und immer weiter verbreitet worden.

Gerade in Deutschland ist diese Auffassung lange auf besonders offene Ohren
gestoßen, u.a. wohl auch, weil in den Jahren zwischen den Weltkriegen in unserem Land auch rauhaarige Whippets
an- erkannt und in das Windhundzuchtbuch eingetragen
wurden, was durchaus was den Rückschluss er- laubte, dass das genetische  Potential  für Lang- und Rauhaar in der Rasse vorhanden sei. Nach
wenig ergiebigen Versuchen mit der Einkreuzung von Schnautzern, hatten einige deutsche Züchter dann wohl gezielt
entsprechende Hunde aus England importiert, die unter dem Namen Whippet gehandelt wurden, aber
mit Sicherheit keine anerkannten Ahnentafeln besaßen. Ein Blick auf die
Nachzuchten dieser sog. Whippets (s. folgende Fotos) verrät auch dem Laien, dass es sich ohene jeden Zweifel um Mischlinge handelt. Zu Recht hat
Großbritannien als standardgebendes Land die rauhaarigen Varietäten nie anerkannt.
Diese beiden Fotos stammen aus dem berühmten Zuchtbuch Bd. 6 (DerNachdruck erschien unter dem Titel  „Das große Windhunderbe“.  Es ist durchaus bemerkenswert, dass Roderich vom Sachsenwald den Champion-Titel erreichen konnte, in einer Zeit, in der es in Deutschland schon eine
gefestigte Hochzucht gab.
Gleiches gilt für die im Moment wieder zunehmend als reinrassige Whippetschläge propagierten Langhaar – Whippets („longhaired whippets“).Wie  B. Bengtson in einem
Statement auf dem 5. Internationalen Whippet-Kongress (2008) in Schweden mitteilte, konnte
nachgewiesen werden, dass es sich bei den angeblich rassereinen Longhaired Whippets, die Walter Wheeler aus englischen Importen gezüchtet haben will-“…W. Wheeler …claimed to have discovered the `lost
long-hair genes`in whippets.“  um Mischlinge u.a. aus
Shetland Sheepdog, Barsois und Whippets handelt.
(Forts. folgt)

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