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Die deutsche Whippet-Zucht nach 1918: der Sonderweg


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Natürlich hatten die Ereignisse des 1. Weltkrieges große Folgen für die deutsche Whippet-Zucht. Viele gute Hunde – s. z.B. Montague Isinglass Snap – mussten Deutschland verlassen.

 „Massenweise ging das Material aus Deutschland …über die Grenze und verkam auf der großen Brüsseler Rennbahn“ (Waizenegger, Der Aufbau der Whippet – Zucht in Deutschland. In: DWZB VII- VII, S. 376ff., hier S. 377).
Dennoch entfalteten sich bald wieder züchterische Aktivitäten, die allerdings schnell in eine neue Richtung gingen.

Entscheidend war der Beginn der „Rennbewegung“ in Deutschland, der bald nach dem Ende des Krieges erfolgte. Der Whippet wurde nun zum Gebrauchshund. Waizenegger schreibt:
„Dadurch kam es von selbst, dass unsere Richter auf Ausstellungen ihn zugleich auf seine Anlagen und Eignung als Rennhund beurteilten. Wir setzten uns damit bewußt in Gegensatz zum Heimatland unserer Rasse, denn der Engländer unterscheidet scharf unter dem Ausstellungstyp, dem Show-Dog und dem Renntyp, Racing-Dog.“ (Waizenegger, S. 380)

Als auf der Weltausstellung 1935 in Frankfurt J. Rickmeyer den englischen Whippet-Richter Houlker aufforderte, auch die Eignung der vorgestellten Hunde als Rennhund mit in seine Beurteilung einzubeziehen, antwortete dieser: “ Wir sind nicht auf der Rennbahn!“

So kam es bald zu dem Diktum, kein englischer Zuchtrichter könne die deutschen Whippets angemessen beurteilen. Natürlich hatte diese Neuorientierung erhebliche Konsequenzen für die Zuchtwahl. Dies zeigt sich z.B. bei Joe Wildfang (DWZB Nr. 1060), der noch in den dreissiger Jahren als der beste je in Deutschland gezüchtete Whippet-Rüde galt.

Joe Wildfang stammt aus der Verbindung Baedel (DWZB -Nr. 648) x Asta von Schwansee (293).
Bei dem Vater  Baedel handelte es sich um einen England-Import, beim dem das Zuchtbuch bemerkt:
Abstammung und Züchter unbekannt. (Heute käme dieser Hund ins Register und würde wohl kaum eine Zuchtzulassung erhalten.) 
Obwohl auch bald vor England – Importen gewarnt wurde, da sie die deutsche Zucht nicht voranbringen, im Gegenteil eher zu Problemen mit der Größe führen würden, hat ein von Rickmeyer importierter Rüde – Oakroyd Prince (DWZB Nr. 432)– erheblichen Einfluss auf das Zuchtgeschehen genommen, da er Vater von mehr als 30 Würfen war.

Dieser Rüde stammte aus der Rennsiegerin Robinson`s Nell, von der nur der Vater bekannt war. 
Er entspricht sicherlich nicht dem heutigen Schönheitsideal wurde aber wegen seines unbändigen Temperaments in allen wichtigen Zuchtstätten eingesetzt. Schöne Nachkommen sind von ihm nicht bekannt. Er war im übrigen auch an einigen Rauhaar-Würfen beteiligt.

Als ein australischer Richter in den 50er Jahren kommentierte – was habe man in Deutschland nur aus dem englischen Whippet gemacht – betrachtete man das keinesfalls als Kritik, sondern als Kompliment. Noch im Zuchtbuch Bd. XXXIV (1992) konnte ein Autor behaupten, Importe aus dem Mutterland der Rasse seien nur schädlich für die deutsche Whippet-Zucht.

Literatur:  Zuchtbücher (DWZB)  Bd III, VII-VIII (Artikel von Waizenegger), XIX, XXXIV

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